Heinersreuth. Die Bundestagsabgeordnete Dr. Silke Launert hat sich bei einem Treffen mit Betreibern kleiner Wasserkraftanlagen in Heinersreuth klar gegen die geplanten Einschnitte bei der Förderung der Kleinen Wasserkraft ausgesprochen. Gemeinsam mit der Heinersreuther Bürgermeisterin Simone Kirschner sowie dem Vertreter der Vereinigung Wasserkraftwerke in Bayern e.V., Dr. Josef Rampl, tauschte sie sich mit Betroffenen über die Auswirkungen des aktuellen Referentenentwurfs zur Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG 2027) aus dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aus.
Der Entwurf sorgt derzeit in der Branche für erhebliche Verunsicherung. Vorgesehen ist unter anderem die Abschaffung der Einspeisevergütung für Anlagen unter 25 kW. Nach Einschätzung vieler Betreiber hätte dies gravierende Folgen insbesondere auch für kleine Wasserkraftanlagen.
„Die Argumentation, die hinter der geplanten Neuregelung steht, passt schlichtweg nicht auf die Kleine Wasserkraft“, betonte Launert. Die Bundestagsabgeordnete verwies dabei insbesondere auf das Argument, wonach sich kleine Solaranlagen mittlerweile häufig auch ohne Förderung wirtschaftlich tragen würden. „Diese Überlegung lässt sich auf die Wasserkraft nicht übertragen“, so Launert. „Wenn die Einspeisevergütung auch für die kleinen Wasserkraftanlagen wegfällt, gefährden wir langfristig ein Drittel bis zur Hälfte der bestehenden Anlagen.“
Auch die Sorge vor einer möglichen Überlastung der Stromnetze treffe bei der Wasserkraft nicht zu. „Wasserkraft ist eine der wenigen erneuerbaren Energien, die grundlastfähig ist“, erklärte Launert. „Sie liefert verlässlich und rund um die Uhr Strom, ist weitgehend unabhängig von Wetterbedingungen und trägt durch ihre Steuerbarkeit wesentlich zur Stabilität unseres Stromnetzes bei.“
Es sei deshalb aus ihrer Sicht widersprüchlich, gerade diese Form der Energieerzeugung zu schwächen. „Die grundlastfähigen erneuerbaren Energien, die wir bereits haben, künstlich kaputtzumachen, ergibt keinen Sinn“, sagte die CSU-Abgeordnete. „Vielmehr sollten wir das Potenzial der Wasserkraft stärker nutzen und nicht weiter zurückdrängen.“
Im Gespräch mit den Betreibern wurde zudem deutlich gemacht, dass die Bedeutung der Kleinen Wasserkraft weit über die reine Stromerzeugung hinausgeht. Kleine Wasserkraftanlagen stabilisieren Netze nicht nur unmittelbar vor Ort und reduzieren den Bedarf an zusätzlichem Netzausbau, sondern stärken gleichzeitig Versorgungssicherheit und Krisenfestigkeit.
„Die Kleine Wasserkraft ist ein tragender Baustein eines resilienten und dezentralen Energiesystems“, so Launert. „Dieser systemdienliche Beitrag wird im aktuellen Referentenentwurf bislang nicht ausreichend berücksichtigt.“
Gerade in Zeiten zunehmender Unsicherheiten im Energiesystem komme kleinen, dezentralen Anlagen eine besondere Bedeutung zu. „Diese Anlagen sind lokal verankert, technisch robust und liefern auch unter schwierigen Bedingungen kontinuierlich erneuerbaren Strom“, erklärte Launert.
Darüber hinaus wurde bei dem Treffen auch die Multifunktionalität der Wasserkraft hervorgehoben. Neben der Energiegewinnung tragen viele Anlagen zur Reinigung der Flüsse durch das Entfernen von Staugut sowie zur Pflege der Kulturlandschaft bei.
Mit Sorge verwiesen die Teilnehmer auch auf den massiven Rückgang der Wasserkraftanlagen in Bayern in den vergangenen Jahrzehnten. Gab es früher noch rund 12.000 Anlagen, existieren heute nur noch etwa 4.000.
Silke Launert kündigte an, sich weiterhin klar für den Erhalt der kleinen Wasserkraft einzusetzen:
„Auch im Koalitionsvertrag ist ausdrücklich festgehalten, dass die Potenziale der kleinen Wasserkraft gehoben werden sollen“, betonte Launert abschließend. „Deshalb muss die Wasserkraft aus dieser Neuregelung herausgenommen werden. Wer Versorgungssicherheit, Netzstabilität und eine erfolgreiche Energiewende will, darf die kleine Wasserkraft nicht schwächen.“



