Oberfränkische Staatssekretärin Dr. Silke Launert, MdB, zu Besuch in Oberkotzau

Oberkotzau. Bei ihrem Besuch in Oberkotzau konnte sich Dr. Silke Launert selbst ein Bild vom neuen Hort in Oberkotzau machen und zeigte sich sehr beeindruckt von der Einrichtung sowie vom Engagement des Bürgermeisters Stefan Breuer. Im Anschluss sprach sie auch über bundespolitische Themen.

Gemeinsam mit Bürgermeister Stefan Breuer hat Dr. Silke Launert jüngst den neuen Hort in Oberkotzau besucht. Dieser schließt den Komplex aus Schule und Kindergarten als Gesamtkonzept sehr gut ab. „Ein so schöner und pädagogisch durchdachter Hort kann als Vorbild für alle dienen“, so Launert. Kinderbetreuung am Nachmittag sei nicht nur in vielen Bereichen eine essenzielle Ergänzung des Schulalltags, sondern auch für viele Kinder ein sicherer Anlaufpunkt und zudem essenziell für arbeitende Eltern. Oberkotzau demonstriere hier eindrucksvoll, wie die vorgegebenen Maßgaben – etwa Betreuungsschlüssel oder Ausstattung – durch besonderes Engagement und Eigenmittel noch übertroffen werden können. Hier hätten die Kinder nun eine besonders schöne, pädagogisch gut durchdachte und qualitativ hochwertige Betreuungsmöglichkeit. Dies gehe nicht zuletzt auf das große Engagement von Bürgermeister Stefan Breuer zurück, der sich für diesen Hort in besonderem Maße starkgemacht habe. Einrichtungen wie diese sollten in ganz Oberfranken Nachahmung finden.

Nachdem sich Dr. Silke Launert in Anwesenheit von Landrat Oliver Bär im Anschluss an die Besichtigung in das Goldene Buch der Stadt Oberkotzau eintragen durften, gab es noch eine Diskussion im Zuge der Kommunalwahl. Angesichts des wachsenden Zukunftspessimismus, der sich in der Gesellschaft zusammen mit einem Vertrauensverlust in die Politik ausbreite, sei Dr. Launert besonders froh über solch tolle Einrichtungen, da diese das Leben der Familien in der Region nachhaltig verbessern könnten. Dies mache Hoffnung, dass politische Wege zwar oftmals steinig seien, aber am Ende doch mit Erfolg belohnt würden. Zudem konnte die Bayreuther Bundestagsabgeordnete, die seit Mai vergangenen Jahres Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt ist, von der Arbeit der Bundesregierung berichten.

Man habe Deutschland in einer schwierigen Lage übernommen und seit dem ersten Tag hart daran gearbeitet, dass sich Verbesserungen abzeichnen. Neben bekannteren Projekten wie dem Milliardenpaket für Verteidigung und den Investitionen in die Infrastruktur – die immerhin auch medial diskutiert worden seien – sei jedoch noch viel mehr passiert, worüber leider häufig nicht wirklich berichtet werde. So könne es kaum zu neuem Optimismus in der Bevölkerung kommen, den das Land so dringend brauche. Man habe in diesem halben Jahr 2025 dennoch sehr viel schaffen können: So sei bereits ein Kurswechsel in der Migrationspolitik gelungen, etwa durch Zurückweisungen an den Grenzen, verstärkte Absprachen mit den europäischen Partnern, Abschaffung der Turboeinbürgerungen und Aussetzung des Familiennachzugs für Syrer. Durch dieses weltweit wahrgenommene Signal kam es auch bereits zu einem Rückgang der Asylzahlen um über 50%. Ferner habe man auch verschiedene Maßnahmen zur Reduzierung der Energiekostensenkungen sowie die größte Steuerreform seit 15 Jahren in Angriff genommen. Gerade darüber rede jedoch kaum jemand. Durch die Senkung der Körperschaftsteuer und den Investitionsbooster für Abschreibungen auf Investitionen sei ein erster Schritt heraus aus der Rezession gelungen.

Auch durch die Senkung der Mehrwertsteuer für die Gastronomie habe ein wichtiger Erfolg für den ländlichen Raum errungen werden können. In Großstädten wie Berlin werde gerne vergessen, dass es Orte mit nur einem Wirtshaus gebe. Wenn dieses schließen müsse, weil es sich wirtschaftlich nicht mehr lohne, gehe mehr als nur Wirtshauskultur verloren – für viele Menschen breche damit auch ein sozialer Raum weg, der so einfach nicht zu ersetzen sei. Dies als „Steuergeschenke“ zu deklassieren, sei abfällig und werde der vielfältigen Realität der Menschen im Land nicht gerecht. Ähnlich verheerend sei das mediale Echo in Bezug auf die Mütterrente gewesen. Von Geldverschwendung bis hin zu Wahlgeschenken sei hier die Rede gewesen. Selten werde jedoch danach gefragt, warum man nicht auch die Lebensleistungen von Frauen würdigen müsse, die aufgrund mangelnder Kinderbetreuung oftmals nicht dieselben Einzahlungen in die Rentenkasse vorweisen konnten. Vor diesem Hintergrund sei der Hort in Oberkotzau auch ein Beitrag zu mehr sozialer Fairness.

Auch der viel gescholtene Sozialstaat wurde von Dr. Silke Launert verteidigt. Sie wünsche sich, dass in der Debatte stärker berücksichtigt werde, dass jeder Einzahler von heute auf morgen auch zum Empfänger werden könne. An sozialer Kälte dürfe somit niemand interessiert sein. Die CSU werde dabei von einem Gefühl christlicher Verantwortung angetrieben, das auch den Mitmenschen in den Blick nimmt. Dies mache ein christliches Menschenbild aus und sei ein zentraler Grund, warum eine christlich-soziale Politik in Deutschland so wichtig sei. Missbrauch gelte es selbstverständlich zu vermeiden, und man müsse auch kritisch auf Zuwanderung in die Sozialsysteme blicken. Die grundlegende Existenz des Sozialstaats sei jedoch richtig, und man dürfe nicht zulassen, dass dieser schlechtgeredet werde.

Launert schloss ihren Exkurs in die Bundespolitik mit einigen Ausführungen zur Hightech-Agenda. Dass dieses bayerische Erfolgsmodell nun auch in der Bundespolitik verankert werde, sei ein gutes Zeichen für den Standort Deutschland. Die Forschung von heute müsse der technologische Vorsprung von morgen sein. Nur so ließen sich der deutsche Wohlstand und die deutsche Industrie erhalten, die für die Umsetzung so vieler Projekte benötigt würden. Deutschland brauche einen Wandel hin zu mehr Innovation sowie zu forschendem, neugierigerem und mutigerem Denken. Der Einblick in den kleinen Werkraum im Hort habe sie daran erinnert, dass wissenschaftliches Interesse, forschende Neugier und die Freude am Tüfteln und Erfinden nicht erst an der Universität oder in der Ausbildung beginnen, sondern bereits in der frühesten Kindheit gezielt gefördert werden sollten. Sie sei überzeugt, dass eines Tages große Köpfe auf diese kleine Werkstatt im Hort als prägenden Ort zurückblicken könnten. Genau so würden auch in Zukunft die besten Köpfe unter anderem aus Oberfranken kommen.